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Waldkindergarten

Waldkindergarten bedeutet ein Kindergarten ohne Türen und Wände. Ein Kindergarten in dem die Jahreszeiten hautnah gespürt und erlebt werden. Somit startet der Kindergarten zu Hause mit dem Blick zum Himmel und der Frage:  „Was ziehe ich an?“

Im Kindergarten angekommen können die Kinder auf dem großen Hundeübungsplatz, der direkt an unserem Treffpunkt liegt, spielen, rennen, toben, Frösche fangen und Schnecken suchen, Tierspuren folgen oder einfach auf der Wiese liegen und den Sonnenaufgang beobachten. In der Sandkiste entstehen die unterschiedlichsten Welten aus Wasser, Sand, Steinen, Eicheln und Stöckern. Ein paar Kinder striegeln die Holzpferde bevor es im Galopp auf Entdeckungsreise  geht. Während wieder andere Kinder bunte Bilder malen. Jedes Kind hat die Möglichkeit in seinem Tempo und auf seine ganz besondere individuelle Art bei uns am Morgen anzukommen.

Gegen 8.30 Uhr ertönen die Worte: „Aufräumzeit es ist soweit, alle Kinder helfen mit“. Schnell werden Eimer, Schaufel, Seile und Co. aufgeräumt. Jedes Kind schnappt sich seinen Rucksack und setzt sich auf die Bank an unserem Container. Hier werden von einem Kind die Kinder gezählt, um festzustellen, wer fehlt und warum. Dies ist ein festes Ritual bei uns, die Kinder lernen so spielerisch das Zählen und es entwickelt sich ein Gemeinschaftsgefühl.

Anschließend fassen sich die Kinder zu zweit an und wir gehen zur Jurte, wo unser Morgenkreis stattfindet. Immer dabei ist unser Bollerwagen mit der Wechselwäsche, der Erste-Hilfe-Tasche, dem Wasser zum Händewaschen, einem kleinen Spaten und Klopapier. Aber auch Schnitzmesser und Werkzeuge sind regelmäßig an Bord sowie Naturbücher, Bestimmungsbücher, Seile und Malsachen.

Im Morgenkreis begrüßen wir singend den Tag, sprechen über das Wetter, das uns begleitet, schauen, welchen Tag und Monat wir haben. Außerdem bietet der Morgenkreis Platz für jahreszeitliche Lieder, Spiele, Geschichten, Reime und um Aktuelles zu besprechen. Anschließend wird gemeinsam überlegt: „Wo gehen wir heute hin, was machen wir dort?“

Wir haben unterschiedliche Plätze im Wald. So gibt es zum Beispiel den Fuchsknochenwald, wo die Kinder es lieben Knochen zu suchen und auszugraben. Voller Geduld und Ausdauer wird am alten „Fuchsbau“ nach Knochen gegraben.  Im Tannenzapfenwald hängen wunderschöne selbstgekotete Zapfenketten.  Tagelang wurde eifrig an den Tannenhäusern gebaut, die bei fast jedem Besuch erweitert und verschönert werden. Beim „Piratenschiff“ stehen die besten Kletterbäume. Aus alten Holzpollern und riesigen Zweigen entstehen die unterschiedlichsten Sachen von A wie Auto über K wie Kuhstall und Kaufmannsladen bis hin zum Zoo. Unsere Waldkinder sind wirklich sehr kreativ und den ganzen Morgen an der frischen Luft in Bewegung. Es wird geklettert, balanciert, gehüpft,  gesprungen, gelacht und gesungen, gelauscht und geraten, geholfen, gezählt, beobachtet, untersucht und entdeckt. So bietet jedes Waldstück andere Spielmöglichkeiten für die Kinder. 

Nach dem Hände waschen leiten wir das Frühstück mit einem gemeinsamen Gebet oder Tischspruch ein. Nach dem Frühstück ist Zeit für Projekte oder Freispiel.

Kurz vor zwölf machen wir einen Abschlusskreis, um gemeinsam den Tag zu reflektieren. So lernen die Kinder über ihre Erlebnisse zu reden. Sie bekommen die Möglichkeit zu sagen, was gut war oder auch was doof war. Singend verabschieden wir den erlebten Kindergartentag, bevor es zurück zum Treffpunkt geht, an dem die ersten Eltern schon auf ihre oft matschigen, aber glücklichen Kinder warten.